Abmahn-Ratgeber · Stand August 2026

Google-Fonts-Abmahnung: Was jetzt zu tun ist — und wie Ihre Seite dauerhaft sauber wird

Warum die Abmahnwelle bis heute läuft, wie Sie in zwei Minuten selbst prüfen, ob Ihre Seite betroffen ist, und was Sie sofort tun können.

Worum es geht

Am 20. Januar 2022 entschied das Landgericht München I (Az. 3 O 17493/20), dass eine Website gegen die DSGVO verstößt, wenn sie Google Fonts direkt von Google-Servern lädt. Der Grund: Beim Seitenaufruf überträgt der Browser die IP-Adresse des Besuchers an Google in die USA — ohne Einwilligung, obwohl es eine einfache Alternative gibt (die Schriften lokal zu speichern). Das Gericht sprach dem Kläger 100 € Schadensersatz zu.

Aus diesem einen Urteil wurde eine Industrie: Abmahnkanzleien und Privatpersonen durchsuchen seither automatisiert das Netz nach Seiten, die fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com einbinden, und verschicken Forderungsschreiben über meist 100 bis 500 €. Die großen Wellen von 2022 sind abgeebbt, aber die Masche funktioniert bis heute — und seit der BGH 2025 klargestellt hat, dass auch Mitbewerber Datenschutzverstöße über das UWG abmahnen können, ist das Thema aktueller denn je.

In zwei Minuten selbst prüfen

Der schnellste Weg: unser kostenloser Google-Fonts-Checker — Adresse eingeben, Befund in Sekunden. Oder von Hand:

  1. Öffnen Sie Ihre Website in Chrome oder Firefox.
  2. Drücken Sie F12 und wechseln Sie in den Reiter Netzwerk (Network).
  3. Laden Sie die Seite neu (Strg+R) und tippen Sie oben ins Filterfeld: fonts.g
  4. Erscheinen Einträge mit fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com, lädt Ihre Seite Google Fonts extern — sie ist abmahnbar.

Wichtig: Prüfen Sie nicht nur die Startseite. Page-Builder, einzelne Plugins, eingebettete Formulare und sogar Cookie-Banner binden Schriften oft nur auf bestimmten Seitentypen ein — eine saubere Startseite ist noch kein sauberer Auftritt.

Warum WordPress hier besonders anfällig ist

In WordPress kommen Schriften selten aus einer einzigen Quelle. Typische Einfallstore:

  • Das Theme — viele ältere und gekaufte Themes laden Google Fonts fest ein
  • Page-Builder wie Elementor, Divi oder WPBakery mit eigenen Font-Bibliotheken
  • Einzelne Plugins — Formulare, Kalender, Slider, Tabellen bringen eigene Schriften mit
  • Icon-Fonts und Einbettungen — auch Google Maps und manche Widgets ziehen Schriften nach

Plugins wie OMGF fangen viele dieser Fälle automatisch ab und sind ein guter erster Schritt. In der Praxis bleiben aber oft Reste: fest im Theme verdrahtete Einbindungen, Inline-Styles aus Page-Buildern oder Schriften, die erst durch ein späteres Plugin-Update zurückkommen. Abmahnbar bleibt die Seite schon durch eine einzige übersehene Einbindung.

Was Sie sofort tun können

  1. Selbst prüfen (siehe oben) — Befund dokumentieren (Screenshot mit Datum).
  2. OMGF oder ein vergleichbares Plugin installieren und die Seite erneut prüfen.
  3. Alle Seitentypen testen: Startseite, Unterseite, Beitrag, Kontaktseite, Shop.
  4. Bleiben Verbindungen übrig: die Einbindung sitzt tiefer (Theme/Builder) und muss an der Quelle behoben werden.

Und wenn bereits eine Abmahnung im Briefkasten liegt: nicht vorschnell zahlen und nicht die vorformulierte Unterlassungserklärung unterschreiben. Ob die Forderung berechtigt ist, prüft eine Anwältin oder ein Anwalt — vieles aus den Massenwellen war rechtsmissbräuchlich. Was Sie technisch sofort tun sollten: die Einbindung beheben (lassen), denn jeder weitere Tag ist ein neuer Verstoß.

Der Weg zur dauerhaft sauberen Seite

Die belastbare Lösung ist immer dieselbe: die tatsächlich verwendeten Schriftschnitte als woff2-Dateien auf den eigenen Server legen, per @font-face einbinden und sämtliche Google-Verbindungen an der Quelle entfernen — plus eine Netzwerkanalyse als Nachweis, dass danach wirklich nichts mehr zu Google geht.

Genau das ist unsere Google-Fonts-Soforthilfe für 149 € Festpreis: Umstellung innerhalb von 24 Stunden, Prüfbericht als Nachweis, 30 Tage Nachkontrolle. Diese Seite hier ist übrigens selbst der Beweis, dass es geht — öffnen Sie gern die Netzwerkanalyse: wpnerd.de lädt keine einzige externe Schrift.